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Deutschland und China: Interesse an engerer Zusammenarbeit wächst

„China – Quo vadis?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit China-Experten des Konfuzius-Instituts Metropole Ruhr an der Universität Duisburg-Essen (UDE), der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der FOM Hochschule. Prof. Dr. Thomas Heberer (Konfuzius-Institut/UDE) und Prof. Dr. Jörn-Carsten Gottwald (RUB) diskutieren unter der Leitung von Prof. Andreas Oberheitmann von der FOM German-Sino School of Business & Technology über China im Umbruch der Weltpolitik. Ein Thema, das für großes Interesse sorgte: Rund 50 Besucher kamen ins FOM Hörsaalzentrum in der Herkulesstraße.


Prof. Oberheitmann gab einige Diskussionspunkte vor: Welche Auswirkungen haben beispielsweise der Rückgang des BIP, die Urbanisierung und die Umweltverschmutzung auf Globalisierung und Lokalisierung? Was bewirkt die Veränderung der Weltpolitik?

„Chinas Wachstums- und Entwicklungsmodell kann als Weiterentwicklung des Modells des Entwicklungsstaates angesehen werden“, betonte Prof. Dr. Thomas Heberer vom Konfuzius-Institut. Dieser Entwicklungsstaat in China sei jedoch sehr heterogen, es gebe in verschiedenen Regionen unterschiedliche Modelle oder Ansätze. „Der Einfluss der Zentralregierung nimmt dabei in der derzeitigen Regierung zu. Dies beeinträchtigt die Steuerungsfähigkeit der lokalen Ebene“, so Heberer.

Aktuelle politische Bezüge stellte Prof. Dr. Jörn-Carsten Gottwald von der RUB her: „In China wächst die Sorge über die Wirtschafts- und Taiwanpolitik des neuen US-Präsidenten Trump und die Angst vor einer engen Verbindung zwischen den USA und Russland.“

Und auf mögliche Konsequenzen für die EU und Deutschland angesprochen, sagte Gottwald: „Es besteht ein wachsendes politisches Interesse an einer engeren Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland sowie der EU.“

Abschließend wurde lebhaft diskutiert und aus dem Publikum wurden einige Anstöße gegeben: „Ist die Fortsetzung der Kooperation mit chinesischen Hochschulen auch in Zukunft sinnvoll“, fragte Lin Liu, Direktorin der FOM German-Sino School of Business & Technology. „Auf jeden Fall“, hieß es aus dem Plenum. „Internationaler Austausch ist immer eine Bereicherung und für den chinesischen Fortschritt unbedingt notwendig“. China profitiere immens von der Öffnung seiner Grenzen und der Ausdehnung internationaler Kooperationen.